Protokoll Priesterschaft aller Gläubigen
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- Thema: Priesterschaft aller Gläubigen
- Protokollnummer: 008
- Datum/Zeit: 2007-05-18 14:00
Diskussionsergebnisse und Empfehlungen:
Bibelstelle: 1. Petrus 2,9: "Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr einst "nicht ein Volk" wart, nun aber "Gottes Volk" seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid."
Priestertum im AT: Stellvertretung des Menschen vor Gott. Im NT: Mittler überflüssig, wir sind alle schon Priester, müssen es nicht erst werden.
Inspiration durch Buch über Kleinkinderziehung, dass empfiehlt, Kinder nicht zulange zu füttern, sonst verliert das Kind den Spass am Essen. Übertragen auf Gemeinde: Leute werden gefüttert, es wird gestopft bis ihnen schlecht wird, aber die Leute können sich nicht selbst ernähren.
Kernfrage: Wie erreicht man die Mündigkeit der einzelnen Leute?
Beobachtung, dass Schulen in Deutschland in 13 Jahren nicht schaffen, dass mündige Menschen dabei herauskommen. Man kann es versuchen indem man Leute unterrichtet und ihnen zur Seite steht, aber mündig werden muss jeder selbst, dass kann niemand anders für einen machen.
Es geht nicht darum, keine Leitung zu haben (Keine Macht für niemand), sondern im Idealfall sollen alle Leiter sein. Es sollte versucht werden, alle Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Das ist für alle herausfordernd, führt aber dazu dass jeder Verantwortung übernimmt und darin wächst. Struktureller Rahmen in dem dass möglich ist. Förderung / Erziehung als Gruppenaufgabe.
Leitungsbild bei den Freaks ist unklar, Rolle als Moderator, als starke einzelne Leiterpersönlichkeit, oder als Mentor, der Leute in ihre Berufung führt. Der Mentor hat nur die Autorität, die ihm der Mentoree gibt. Das wohl treffendste Bild von Leitung ist die Vaterfigur, der seine Kinder in Freiheit laufen lässt, sich an ihnen freut und nur situativ eingreift in Krisen.
Um selbständig zu werden braucht man Leiter, die helfen, einen an der Hand nehmen. Leuten, die noch nicht soweit sind und starke Leitung brauchen, darf diese nicht vorenthalten werden.
Gruppendynamik: In einer Gruppe bildet sich automatisch ein Leiter heraus. Gegenthese: Ohne Leitung bewegt sich die Gruppe nur im Kreis.
Leute tragen Kompetenzen in sich, die sie nach aussen bringen wollen, mit Führung des Heiligen Geistes. JFI sollte Kompetenzzentren haben, in denen gleich interessierte sich vernetzen (z.B. Seelsorge, Mission, etc, wo dass ja schon passiert ist) können und an die Anfragen aus der Bewegung herangetragen werden können. Zuständigkeiten müssen dabei klar erkennbar sein. Der Ä-Kreis ist mit der Erwartung, dass er alles abdecken soll, überfordert.
Frage nach Gesamtleitung: Wollen wir zusammen in eine Richtung gehen? Oder wollen wir das, was wir haben/was jeder hat mutiplizieren? Unsicherheit, ob Gott wirklich mit der ganzen Bewegung ein bestimmtes Ziel verfolgt.
Kann eine Bewegung so geleitet werden wie eine Ortsgemeinde? Brauchen wir eine Leitung, die darüber hinaus geht als dass sie auf dem Freakstock ein Jahresthema predigt? Es gibt ja die formulierte JF Vision. Darüber hinaus muss jede Gemeinde schauen, was sie braucht.
Dem Leiterschaftsverständnis liegen unterschiedliche Menschenbilder zugrunde. 1. Mensch ist fehlerhaft, sündig und braucht deshalb eine straffe Leitung. 2. Jeder geht prinzipiell von selbst in die richtige Richtung und macht Dinge aus eigenem Antrieb. Deshalb braucht er wenig Vorgaben von Leitung.
Problem wie sich Leitung bei JFI entwickelt hat. Anfangs gab es viele kleine Gruppen, die keine richtige Leitung hatten, aber daraus haben sich autoritäre Leiter entwickelt, die verhindern, dass andere nachkommen, weil sie vermeiden wollen, dass die gleichen Fehler von früher wiederholt werden. Dabei hat sich die Bewegung verändert, es gibt inzwischen viele mündige Leute.
Wir brauchen mehr Möglichkeiten zur Partizipation. Diese wird von beiden Seiten gehemmt, von oben und von unten. Von oben, indem signalisiert wird, dass Treffen nur für "Leiter" sind, Leiterein elitäres intellektuelles Niveau und dass Leiter ihre Positionen zu lange festhalten. Hier sollten äußere Anlässe geschaffen werden, die Leiter überprüfen, bestätigen oder absetzen.
Von unten wird Partizipation verhindert durch nicht trauen, zu hohe Erwartungen, falsches Leistungsdenken, Angst vor Stolz und Selbstdarstellung. Hier soll klarer gelehrt werden, dass jeder etwas beizutragen hat, jeder Gaben hat und ermutigt wird, sich einzubringen. Auch Lehre über Minderwertigkeit, Identität in Christus und Verständnis hilfen, warum wir als Deutsche ein Problem mit Autorität haben (Drittes Reich, 68er). Unterscheidung von Stolz und Begabung. Wer demütig ist, muss auch keine Angst haben, dass er für stolz gehalten wird.
Mangelnde Transparenz von Leitern. Niemand wusste von 4 Jahren Konflikt im Ä-Kreis. Keine Scheu davor, Leiter anzusprechen, ihnen in Krisen beizustehen und sie auch zu hinterfragen. Dabei auf Impulse von HG hören.
Fazit: Um Priesterschaft aller Gläubigen zu erreichen muss mehr Partizipation ermöglicht werden. Diese wird begünstigt durch eine "elterliche" Leitung, die Leute befähigt und bereit ist, eigene Verantworlichkeiten loszulassen damit andere sie übernehmen können. Ausserdem wird Partizipation ermöglicht durch Lehre, die die Initiative von Einzelnen fördert und sie ermutigt.
Kommentare
Kommentar 008-1
- Thema: Priestertum aller Gläubigen
- Protokollnummer: 008
- Datum/Zeit: 2007-05-18
Es ist sowohl historisch, theologisch wie auch biblisch nicht richtig, dass das NT keine Priestertum kennt. Das stimmt so nicht. Im Gegenteil, der Petrusbrief kann nur vom Volk aus Königen und Priestern sprechen, weil es Priester gibt.
Zuvor: Ein Hohepriester ist gesetzt und das ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen - zwischen Menschen und Gott, das ist Christus - kennt man - Hebräerbrief. Aber, das heißt nicht, dass es kein Priestertum mehr gibt. Denn wer vermittelt uns denn in die Nachfolge? Wir fallen nicht als Christen auf die Erde und Christus begenet uns in der Regel nicht unmittelbar zum ersten mal . Das mag hin und wieder vorkommen, ist aber nicht die Regel. Sondern Glaube und Heil, Nachfolge und Kindschaft werden sehr wohl vermittelt - und zwar durch Menschen. Das mag durch Predigt, Seelsorge oder Lehre geschehen - völlig Latte, aber zu sagen, dass es keine Priester gibt, stimmt schlicht weg nicht.
Folgt daraus: Für die Gemeinde bedeutet das, dass die Gemeinde als Kirche, als Volk Gottes und als Leib Christi das Volk aus Königen und Priestern ist, dass sich erweitert dadruch, dass die Priester aus dieser Gemeinde anderen Menschen draußen den Weg zu Jesus "vermitteln" - Dieser führt den Menschen zum Vater. Das Allgemeine Priestertum ist nicht die Abschaffung des Priestertums, auch nicht einfach die - wenn man so will - Demokratisierung desselben, sondern die heilsbeutende Weite dessen, was der Hohepriester Jesus getan hat. Deswegen bedeutet Priesterschaft nicht, dass ein Mensch das Heil vermittle - das tut Christus allein - aber Menschen vermitteln einander zu Christus hin. Wir hören als erstes in der Regel druch Menschen von JEsus.
Schließlich: Wenn nun in manchen christlichen Gemeinschaften Pastoren (lat-Hirte), Priester (griech.Presbyter-Ältester) oder Pfarrer (Pfarr-Herr) das priesterliche Amt in einer Gemeinde im Besonderen ausüben hat das nicht zur Folge, dass das Allgemeine Priestertum dadurch nicht ernst genommen würde - im Gegenteil. Das spezielle Priestertum unterstützt und schützt das Allgemeine Priestertum. Aber!!! Das spezielle Priesertum - die spezielle Leitung der Gemeinde ist kein reiner Ausfluss aus dem Allgemeinen Priestertum. Deswegen kann es starke und geistliche Leitung einzlner Personen geben. Diese repräsentieren Christus als Gegenüber zur Gemeinde.
Kommentar 008-2
- Thema: Priesterschaft aller Gläubigen
- Protokollnummer: 008
- Datum/Zeit: 2007-05-18 21:10
Zitat: > Es ist sowohl historisch, theologisch als auch biblisch nicht richtig, > dass das NT kein Priestertum kennt. Das stimmt so nicht.
Lieber ***, "Totschlag-Argumente" verwenden kann ich auch. Du kennst doch den Spruch von den 1.000.000 Fliegen.... So billig gehts nicht. Nicht hier, nicht in dem Kreis.
Besonders schreckt mich deine Ansicht, Zitat: > Deswegen kann es starke und geistliche Leitung einzelner Personen geben. > Diese repräsentieren Christus als Gegenüber zur Gemeinde.
Dem gegenüber schreibt Paulus, 1. Tim. 2v5: "Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und Mensch: Der Mensch Jesus Christus!"
Laut WikiPedia, Artikel "Priester", wird der Begriff des Priesters im kultischen Sinn (hebr. kohen, griech. hiereus) im Neuen Testament für alle verwendet, die an Jesus Christus glaubten.
Ich persönlich bin daher überzeugt, daß es keine spezielle Auserwählung gibt, daß niemand Spezieller mit der Wahrnehmung sakraler Funktionen betraut ist.
Ich verstehe natürlich das Bedürfnis der Spezialisten, ihre besondere Stellung hervorzuheben. Als Software-Ingenieur stellt's mit auch die Haare auf, wenn Leute, die 5 koordinierte Maus-Clicks zusammenbringen, sich schon Programmierer nennen. Aber, sorry, als Jünger des einen Herrn Jesus ist es unsere Pflicht, andere so weit auszubilden, dass sie den Dienst so gut wie wir weiterführen können - "Lehrt sie halten ALLES [...]".
Und wenn du mit dem "spezielle Priestertum" die Hauptamtlichen meinst: Das erst recht wäre ein Grund, dies abzuschafen, weil es die Unmündigkeit und Konsum-Mentalität fördert!
Weiters, auf wen ist der Geist zu Pfingsten gefallen? Auf 120 "Priester"? Nach der Symbolik des AT waren es 12 Zehnerschaften, der kleinsten Einheit eines Volkes. Zu Pfingsten hat Gott ein neues Volk gezeugt und nicht eine Priesterkaste geschaffen.

