Protokoll Strukturmodell Antwortversuch auf Leitungsproblematik

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  • Thema: Antwortversuch Leitungsproblematik der Jesus Freaks Bewegung Deutschland
  • Protokoll 29
  • Datum/Zeit: 2007-05-19 11:30

Diskussionsergebnisse und Empfehlungen:

Antwortversuch für die Leitungsproblematik der Jesus Freaks Bewegung Deutschland

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Vorbemerkung:

Ziel dieses Antwortversuchs ist es, dass Kraft, die jetzt durch ungeklärte Leitungsfragen verloren geht, in die Erfüllung unseres Auftrages fließt. Für Fragen und (auch hitzige) Diskussionen zu diesem Vorschlag stehen die Teilnehmer dieses Workshops gerne zur Verfügung.

Soviel Basisdemokratie wie möglich - so viel hirtenhafte Leitung wie nötig

Ein ausschließlich auf Basisdemokratie beruhendes Leitungskonzept funktioniert nicht, a) weil es auch bei relativ unwichtigen Fragen viel Zeit in Anspruch nimmt, zu einem Ergebnis zu kommen. Diese Zeit haben wir nicht. b) weil die Entscheidungsträger nicht alle weit genug sind, gott-gefällige Entscheidungen zu treffen. (10 Kinder im Glauben sollten nicht einen durch Wort und Erfahrung Gereiften überstimmen. Qualification DOES matter.) c) weil im Glauben Junge mit diesem Verfahren überfordert, im Glauben Mündige und Reife damit unnötig unterfordert sind.


Das Leitungsbild des Hirten steht nicht zu unserer Disposition

"Jesus zu Petrus: "Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?" Er sagt zu ihm: "Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe." Er sagt zu ihm: "Weide meine Lämmer." " (Joh. 21, 15-17)

Ziel des Konzils kann es nicht sein, alle Meinungen in einem Kompromiss zusammenzufassen. Eine Ausrichtung am Auftrag Jesu, dass seine Schafe hirtengleich geleitet werden sollen, fragt uns nicht, ob wir das gut finden. Gott findet das gut. Eine Ausrichtung danach führt zu Klarheit, nicht (dauerhaft) zu Unfrieden.


Grundverständnis von Unter- und Überordnung

"Die Ältesten unter euch ermahne ich als Mitältester und Zeuge der Leiden Christi, aber zugleich auch als Mitgenosse der einst sich offenbarenden Herrlichkeit: Weidet die euch anvertraute Herde Gottes und habt acht auf sie, nicht gezwungen, sondern aus freien Stücken, wie Gott es will, auch nicht aus schmutziger Gewinnsucht, sondern mit Hingabe, auch nicht, als wäret ihr Herren des Erbes, sondern als Vorbilder der Herde. Wenn dann der höchste Hirte erscheint..." (1. Petrus 5, 1-4)

"Es ist nicht so, als ob wir Herren über euren Glauben wären, nein, Mitarbeiter sind wir an eurer Freude; denn im Glauben steht ihr fest." (2. Kor. 1,24)

also: Mitgenosse, Hingabe, Vorbild der Herde, Mitarbeiter an der Freude der Geleiteten mit dem Ziel, dass sie im Glauben und ihrer Persönlichkeit fest stehen (also nicht Opium fürs Volk).


Wie wird jemand Leiter?

(gilt für alle Hirtenebenen; für lokale Gruppe jedoch nicht zwingend)

a) Es ist kein diktatorischer Schnellaufsteiger möglich. Wer von sich behauptet, Gott habe ihn zum Leiter berufen, dies aber von Geschwistern nicht in seinem Leben gesehen wird, wird nicht Leiter.

b) Der Charakter des Leiters muss sich erkennbar an 2. Tim. 3,10-17 annähern. Führungsstile können variieren, aber Berufung ohne charakterliche Reife reicht nicht. Einen Leiter zeichnet eine gesundes Maß an Gelassenheit und Härte aus, die ihn sowohl dazu befähigt, radikal zu delegieren, also anderen viel zuzutrauen und auch mit unpolulären Positionen im Gegenwind zu stehen.

Verfahren

  • wer?

--->Immer die jeweils Geleiteten bestimmen ihren Leiter.

  • wie?

--->Muss ein neuer Leiter erst noch gefunden werden (wird nicht oft der Fall sein), so vollzieht sich die Auswahl nach intensiven Gebetszeiten (Klausur) unter Befolgung biblischer Auswahlkriterien - im Notfall basisdemokratisch durch Stimmenmehrheit. Die Klausur könnte so funktionieren:

    • Die Auswählenden gehen 2 Wochen in Klausur und beten, damit sie die Leiter sehen, die Gott gut finden könnte. Während dieser Zeit wird nicht über diese Frage debatiert - jeder bewegt die Frage allein mit Gott. Dann werden die Kandidaten genannt und wer sich selbst für fähig hält, meldet sich ohne falsche Demut, also Menschenfurcht.
    • Jetzt setzen sich die Auswählenden mit den Kandidaten zusammen, besprechen deren Motivation und Eignung und gehen nochmal 1 Woche lang in Klausur über die Kandidaten.
    • Wenn danach nicht eh schon die Person/en feststeht/feststehen, wird demokratisch gewählt. Bei fehlender Einigkeit: wer dagegen ist, muss es sachlich begründen können, wenn nötig nochmal Klausur und so weiter, bis Klarheit herrscht.

Nachwuchs

  • Leiter entwickeln sich weiter. Manche bleiben gerne in ihrer Position.
  • Andere wollen zu neuen Ufern aufbrechen. Es ist nur natürlich, dass manche gottgefällige Freude an größeren Aufgaben haben.
  • Alle Leiter haben auch die Aufgabe, Nachwuchsleiter in der eigenen Herde zu sehen, zu fördern und für den Fall vorzubereiten, dass sie/er das Ruder übernehmen kann oder muss. So ist die Herde auch für unvorhergesehene Fälle versorgt.

Wie verläßt ein Hirte seine Position wieder?

a) er geht Im besten Fall wachsen Hirten aus ihrer Aufgabe heraus und werden für mehr Verantwortung eingesetzt oder sie geben - aus welchen Gründen auch immer die Leitung an den fitten Nachwuchs ab, soweit der Nachwuchs die Zustimmung der Geleiteten erfährt.

b) er wird gegangen Im schlechtesten Fall werden die Hirten abgesetzt von denen, die durch sie geleitet wurden, weil sie die Anforderungen nicht (mehr) erfüllen. Lehre über Respekt, Loyalität auch in schweren Zeiten und geschwisterliche Liebe tut in so einem Fall als Vorbereitung not.


zusätzliche Hirtenebene: Bezirksleiter

  • Ein Bezirksleiter ist der Hirte von 4 bis 8 Gemeinden (möglichst wenige), welche die lokalen JF-Gruppen/-Gemeinden betreuen.
  • Sie führen aus, was der Regioleiter beschließt.
  • Sie sind durch geographische Nähe schnell und oft in den Gemeinden. Dadurch entsteht Vertrauen und dadurch wiederum Akzeptanz der Leitung.
  • Sie "weiden" die jeweiligen Gemeindeleiter, lassen ihnen alle nötige Förderung und Entlastung angedeien. Sie haben die Autorität, in die Gemeinden verbindlich hineinzusprechen, wenn dies nötig ist. Die Gemeindeleiter kann er nicht absetzen - das können nur die jeweils Geleiteten, also die Gemeindemitglieder. Er kann auch keine Gruppen schließen (also ihnen absprechen, dass sie eine Jesus Freaks-Gemeinde sind. Das kann nur der Regioleiter.


Wie hört eine Gemeinde auf, zu den Jesus Freaks zu gehören?

Indem das im absoluten Ausnahme- und Extremfall vom Regioleiter in Absprache mit dem/den Landesleiter/n und nach Information der Bezirksleiter beschlossen wird.


Qualitätsmanagement

Leiter setzen sich halbjährlich mit allen jeweils Geleiteten zusammen und besprechen, ob es Differenzen gibt, die im Alltag unter den Tisch gefallen sind oder unter den Teppich gekehrt wurden. Hier ist im Vorfeld Wiederholung von Lehre und Gebet über Ehrlichkeit und das Teilsein im Leib Christi wichtig, um jesusmäßig-sachlich zu bleiben. Sollte es keine Differenzen geben, wird nicht diskutiert, sondern gefeiert.

Außerhalb der Zeiten des Qualitätsmanagements wird Kritik nach Gebet direkt gegenüber dem Leiter geübt und nötigenfalls der nächsthöhere Leiter (also zum Beispiel der Bezirksleiter) um Hilfe gebeten. Ansonsten ist Tratschen tabu.

Dem Leiter wird dauerhaft ein Zweierteam zugesellt, dass aus einem seiner Kritiker und einem seiner Befürworter besteht. Sie sind sich ihrer Verantwortung zu Liebe und Dienst gegenüber dem Leiter bewußt. Diese begleiten den Hirten, erleichtern es, Stimmungen aus dem Kreis der Geleiteten aufzunehmen. Nur nach Absprache und Gebet wenden sie sich mit Korrekturvorschlägen zusammen an den Leiter, wenn sie denken, dass dies nötig ist.


Hierarchie

(=göttliche Ordnung) der Hirtenebenen von unten nach oben

a) Gemeindeleiter (Verfahren und Struktur bestimmt Gemeinde autonom, stellt aber einen Verantwortlichen als Ansprechpartner für die höheren Hirten/Leiter; wird ein- und im Extremfall abgesetzt von den Gemeindemitgliedern)

b) Bezirksleiter (wird ein- und im Extremfall abgesetzt von den Gemeindeleitern)

c) Regioleiter (wird ein- und im Extremfall abgesetzt von den Bezirksleitern; stellt im Einklang mit den Landesleitern die geistliche Leitung der Regionen, darf verbindlich zu Bezirksleitern und Gemeinden sprechen; ist die Exekutive der Landesleitung und bestimmt im Extremfall, dass eine Gruppe nicht mehr dazu gehört)

d) Landesleitung (wird ein- und im Extremfall abgesetzt von den Regioleitern; stellt die geistliche Leitung der ganzen Bewegung, Hauptaufgabe: hört darauf, wie Gottes Richtungsvorgabe für die Bewegung ist; spricht verbindlich für die ganze Bewegung und im Speziellen zu den Regioleitern)

e) Kreis der Weisen (besteht aus ehemaligen Landesleitern, Veteranen der Bewegung; von den Landesleitern angefragt; haben keine Entscheidungs- sondern Beratungs- und Motivationsfunktion.


Abschluss

Dieses ganze Leitungskonzept beruht auf Gemeinden, die dem göttlichen Leitungsbild des Hirten gehorchen wollen. Dies bedarf einer Entscheidung, um die wir nicht herumkommen. Die Ablehnung der Fragestellung wird das Problem nicht lösen. Nimmst du Joh. 21,15-17 ernst? Entscheide dich.

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